„Die Shettys kamen, sahen – und siegten!“

„Die Shettys kommen!“ – so lautete die Einladung von Sabrina Valentin zu einem ganz besonderen Betreuungsangebot im Haus St. Josef. Was sich dahinter verbarg, sollte für unsere Senioren ein Nachmittag voller Begegnungen, berührender Momente und kleiner Wunder werden.
Sabrina Valentin ist Mitarbeiterin in der Pflege im Haus St. Josef, Expertin und Ansprechpartnerin für die digitale Dokumentation mit VOICE sowie Praxisanleiterin für unsere Auszubildenden. In ihrer Freizeit schlägt ihr Herz für Pferde und insbesondere für Shetlandponys.
Viele Jahre lang besuchte uns die Eselin Bella und sorgte bei unseren Senioren für Freude und Abwechslung. Leider ist Bella erkrankt, sodass seit etwa einem Jahr keine Tierbesuche mehr im Haus St. Josef stattfinden konnten. So entstand bei Sabrina Valentin die Idee, mit ihren beiden Shetlandponys Speedy und Barney bei uns vorbeizuschauen.
Am vergangenen Donnerstag war es endlich so weit!
Bei strahlendem Herbstwetter versammelten sich zahlreiche Senioren, Angehörige und weitere Besucher im Demenzgarten des Hauses St. Josef. Die Vorfreude war spürbar: neugierige Blicke, gespannte Gesichter und die Frage, was dieser besondere Nachmittag wohl bringen würde.
Zur Vorbereitung wurden Bürsten sowie kleine Apfel- und Möhrenstückchen verteilt. Dann ging es los: Immer eines der beiden Ponys wurde durch die Runde geführt.

Und plötzlich wurde es auf ganz besondere Weise zauberhaft.
Zunächst wurde aufmerksam geschaut, dann huschten die ersten Lächeln über die Gesichter. Zaghaft näherten sich die Hände den Tieren, vorsichtig wurde Kontakt aufgenommen. Aus anfänglicher Zurückhaltung entwickelte sich bei vielen eine sichtbare Freude.
Ein besonders berührender Moment entstand, als eine Bewohnerin, deren Hände durch Kontrakturen stark verformt sind, ihre Hände so weit öffnen konnte, dass sie das Pony streicheln konnte.
Eine andere Bewohnerin, die sonst nur noch wenig spricht, begann plötzlich, von früher zu erzählen.
Die Ponys weckten Erinnerungen, schenkten Nähe und schufen Augenblicke, für die es manchmal gar keine Worte braucht.
Wie viel dieser Besuch bedeutete, zeigte auch die Begegnung eines Ehepaares. Lächelnd sagte eine Angehörige zu ihrem Ehemann: „So etwas Schönes, dass wir das noch gemeinsam erleben dürfen.“
Fast schien es, als hätte das Pony diese Worte verstanden: Es legte seinen Kopf auf dem Schoß des Mannes ab, und seine Frau führte seine Hand behutsam zum Pony.

Ein Moment voller Wärme und Verbundenheit, der alle Beteiligten berührte.
„Pferde sind sehr einfühlsam und spiegeln den Menschen direkt wider“, erklärte Sabrina Valentin.
Natürlich hatte sie auch einige Kunststücke mitgebracht, die sie ihren Ponys beigebracht hat. So rollten Speedy und Barney beispielsweise einen Teppich aus und zeigten, dass sie sich sogar auf die Hinterbeine stellen können. Die Zuschauer staunten und freuten sich über die kleinen Vorführungen.


Auch beim Striegeln gab es keine Berührungsängste: Eine Bewohnerin griff beherzt zur Bürste und legte direkt los, als das Pony vor ihr stand.
Und während die Ponys ihre Streicheleinheiten genossen, verschwanden hier und da auch schon einmal Möhrenstückchen und Apfelschnitze nicht im Maul der vierbeinigen Besucher, sondern bei einer Bewohnerin. Schließlich war ja genug für alle da!
So verging ein abwechslungsreicher Nachmittag voller Lachen, liebevoller Begegnungen und bewegender Augenblicke. Es waren die kleinen Gesten, die leuchtenden Augen und die spürbare Zufriedenheit, die diesen Besuch so besonders machten.
Manchmal braucht es gar nicht viel, um Großes zu bewirken: ein sanftes Maul, ein weiches Fell und einen Moment, in dem sich ein Mensch einfach nur wohlfühlt.
Sabrina Valentin brachte es zum Abschluss auf den Punkt:
„Menschen gemeinsame Zeit zu schenken, ist das Größte!“
Und genau das haben Speedy und Barney an diesem Nachmittag getan. Sie kamen, sahen – und eroberten die Herzen unserer Senioren im Sturm.


